Dranbleiben trotz Selbstzweifel: Warum „Ich kenne mich, ich schaffe es eh wieder nicht, dabei zu bleiben“ dich blockiert

Selbständige Frau, die trotz Selbstzweifel an ihrem Projekt dranbleibt

Kennst du diesen Moment, wenn du voller Motivation deinen Onlinekurs erstellst oder dein neues Angebot entwickelst, aber schon nach wenigen Tagen dieser nagende Gedanke auftaucht: „Ich kenne mich doch – ich werde das eh wieder nicht durchziehen“? Du willst dranbleiben trotz Selbstzweifel, aber diese innere Stimme wird immer lauter.

Vielleicht hast du dir schon eingeredet, dass du einfach kein „Dranbleiber-Typ“ bist oder dass andere Gründerinnen irgendein Durchhaltegen haben, das dir fehlt. Falls du gerade nickst, dann bist du hier richtig – denn diese Gedanken sind völlig normal, und sie sind oft der Grund, warum so viele ambitionierte Frauen ihre wichtigsten beruflichen Projekte aufgeben, bevor sie überhaupt richtig angefangen haben.

Als Psychologin und Coach kenne ich dieses Thema aus zwei Perspektiven: der fachlichen und der sehr persönlichen. Ich habe selbst jahrelang gedacht, ich wäre einfach „vielseitig interessiert“ und hätte keine Ausdauer – besonders in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit.

Erst als ich verstand, was wirklich hinter diesen Selbstzweifeln steckt, konnte ich mein Business vor fünf Jahren erfolgreich aufbauen und heute anderen Gründerinnen und Selbständigen dabei helfen, ihre wichtigsten Projekte endlich durchzuziehen. In meiner Arbeit erlebe ich täglich, wie intelligente und fähige Frauen sich selbst im Weg stehen. Das liegt nicht an mangelnden Fähigkeiten. Sie suchen nur an der falschen Stelle nach den Ursachen ihrer Herausforderungen.

In diesem Artikel erfährst du, warum der Gedanke „Ich schaffe es eh wieder nicht“ ein Konstrukt aus falschen Erwartungen und erlernten Denkmustern ist. Du wirst verstehen, woher diese blockierenden Selbstzweifel wirklich kommen und warum sie nichts – aber auch gar nichts – über deine tatsächlichen Fähigkeiten als Selbständige aussagen.

Am Ende wirst du einen völlig neuen Blick auf deine bisherigen „Fehlversuche“ haben und konkret wissen, wie du dein nächstes wichtiges Projekt anders und erfolgreicher angehst. Denn das Geheimnis liegt in den richtigen Strategien, die du kennen und anwenden kannst. Ein anderer Mensch musst du dafür nicht werden.

Was sind Selbstzweifel beim Dranbleiben eigentlich?

Bevor wir tiefer einsteigen, lass uns erst mal klären, worüber wir hier wirklich sprechen. Selbstzweifel beim Dranbleiben sind mehr als „ein bisschen unsicher sein“. Es ist dieser bohrende, fast schon körperlich spürbare Gedanke, dass du es wieder nicht schaffen wirst – kombiniert mit einer ganzen Sammlung von „Beweisen“ aus der Vergangenheit, die diesen Gedanken zu untermauern scheinen.

Typische Selbstzweifel klingen so: „Ich fange ja immer motiviert an, aber nach ein paar Wochen ist die Luft raus.“ Oder: „Andere Gründerinnen schaffen das problemlos, ich bin wohl einfach nicht so gemacht.“

Diese Gedanken fühlen sich an wie Fakten. Als wäre da ein innerer Richter, der basierend auf deiner „Akte“ mit all den angefangenen und nicht beendeten Projekten ein Urteil über deine Zukunftsfähigkeiten als Selbständige fällt.

Das Perfide an diesen Selbstzweifeln ist ihre scheinbare Logik. Sie basieren ja auf echten Erfahrungen – du hast wirklich schon Angebote angefangen und nicht zu Ende entwickelt, Kurse geplant und nicht umgesetzt. Aber sie ziehen daraus völlig falsche Schlüsse über dich als Person. Es ist, als würdest du aus drei misslungenen Kuchen schließen, dass du grundsätzlich nicht backen kannst, obwohl du vielleicht einfach nur das falsche Rezept hattest.

Der eigentliche Haken ist nicht dein Charakter. Es sind oft ganz konkrete Dinge wie fehlende Zeit, zu viele Ablenkungen oder ein unrealistischer Plan. Nur: Wenn du das alles nicht siehst – und stattdessen direkt an dir zweifelst – wird aus einer lösbaren Herausforderung ein vermeintliches Persönlichkeitsproblem.

Wenn du verstehst, dass Selbstzweifel beim Dranbleiben erlernte Denkmuster sind, dann hast du den ersten wichtigen Schritt gemacht. Denn Gedanken, die gelernt wurden, können auch wieder verlernt werden.

Warum entstehen diese blockierenden Gedanken überhaupt?

Jetzt wird’s interessant, denn die Antwort auf diese Frage wird dir wahrscheinlich die Augen öffnen. Diese blockierenden Selbstzweifel entstehen nämlich nicht, weil du „halt so bist“. Sie entstehen durch zwei Missverständnisse, die in unserer Gesellschaft herumgeistern wie hartnäckige Gerüchte.

Das erste Missverständnis begegnet dir überall: „Wenn du das Richtige gefunden hast, dann ist es auch nicht mehr schwer.“ Mir begegnen diese Sätze ständig im Content anderer – in Newslettern, auf Social Media, in Ratgebern: „Wenn es das Richtige für dich ist, dann bleibst du automatisch dran.“ „Folge deiner Leidenschaft, dann fühlt sich Arbeit nie wie Arbeit an.“

Das klingt wundervoll romantisch – und stimmt trotzdem nicht. Neues ist anstrengend, auch das Richtige. Wenn du aber glaubst, das Richtige müsste sich von Anfang an leicht anfühlen, dann passiert Folgendes: Du startest deinen Onlinekurs, es wird schwierig beim Aufbau, und sofort denkst du: „Aha, vielleicht ist es doch nicht das richtige Thema.“ Oder: „Vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“ Oder: „Vielleicht sollte ich den Kurs ganz anders aufbauen.“ Du fängst an zu zweifeln, änderst ständig den Plan, und irgendwann brichst du ab.

Das zweite Missverständnis ist noch tückischer: Du interpretierst deine bisherigen Schwierigkeiten als feststehende Charaktereigenschaften. „Ich bin halt vielseitig interessiert.“ „Ich bin eine Scanner-Persönlichkeit.“ „Ich habe keine Ausdauer.“ Genau dieses Denken hat die Stanford-Psychologin Carol Dweck als Fixed Mindset beschrieben – die Überzeugung, dass Fähigkeiten in Stein gemeißelt sind. Im Gegensatz dazu steht das Growth Mindset: die Erkenntnis, dass sich Fähigkeiten durch Übung und die richtigen Strategien entwickeln lassen.

Und hier wird es für Perfektionistinnen besonders eng. Denn wenn ein Fehler für dich keine Information ist, sondern eine Aussage über dich, dann kannst du kaum üben – denn Üben heißt, sichtbar noch nicht gut zu sein. Genau das ist im Fixed Mindset am schwersten auszuhalten. Und genau das verlangt Dranbleiben von dir: dich wieder und wieder im unfertigen Zustand zu zeigen.

Diese beiden Missverständnisse verstärken sich gegenseitig perfekt. Du probierst etwas aus, es wird schwer, du denkst „nicht das Richtige“, du brichst ab, deutest das als „typisch für mich“ – und beim nächsten Mal startest du schon mit der Erwartung zu scheitern. So entsteht ein Teufelskreis aus falschen Erwartungen und falschen Schlussfolgerungen.

Die gute Nachricht dahinter: Dranbleiben ist eine Fähigkeit, die man lernen kann. Wie Schwimmen, wie Autofahren, wie Kochen. Es braucht am Anfang Übung und die richtigen Techniken – egal wie „richtig“ das Thema für dich ist.

Wie Selbstzweifel dich vom Dranbleiben abhalten

Schauen wir uns mal genauer an, wie dieser Mechanismus funktioniert – denn Selbstzweifel sind echte Saboteure mit einer ausgeklügelten Strategie.

Du nimmst dir das Große gar nicht erst vor

Der erste Trick ist das Präventivscheitern. Bei dir sieht das wahrscheinlich nicht so aus, dass du gar nichts tust – im Gegenteil, du machst vermutlich eine ganze Menge. Es zeigt sich viel subtiler, nämlich bei dem, was du dir überhaupt vornimmst.

Du steckst dir lieber Ziele, bei denen du dir ziemlich sicher bist, dass du sie auch schaffst. Das große Ding – das, was du insgeheim eigentlich willst – nimmst du dir gar nicht erst richtig vor. Es bleibt so ein vages „irgendwann vielleicht“, nie laut ausgesprochen.

Und das hat einen guten Grund: An etwas, das du dir nie so richtig vorgenommen hast, kannst du auch nicht scheitern. Ziemlich clever eigentlich – nur kommst du so eben nie an das ran, was du dir wirklich wünschst.

Die Ungewissheit hältst du schwer aus

Und selbst wenn du dir etwas vornimmst, kommt oft die nächste Hürde: die Ungewissheit. Etwas weiterzuverfolgen, ohne zu wissen, ob es am Ende gut wird, fühlt sich für dich kaum aushaltbar an.

Und der Zweifel erlöst dich scheinbar von dieser Unsicherheit: Wenn du vorher schon „weißt“, dass du es eh nicht durchziehst, musst du dich der offenen Frage gar nicht erst aussetzen. „Ich schaffe es eh nicht“ ist dann weniger ein Urteil als ein innerer Ausweg.

Du hältst dich zurück, um dich zu schützen

Dann kommt die selbsterfüllende Prophezeiung. Weil du schon erwartest zu scheitern, gehst du halbherzig ran. Du investierst nicht deine volle Energie, planst nicht richtig, holst dir keine Unterstützung – weil „es ja eh nichts wird“.

Hier kommt ein typisch perfektionistisches Muster dazu, das die Psychologie als Self-Handicapping kennt: Du hältst dich unbewusst zurück, damit du dich nicht so schlecht fühlen musst, wenn es nicht klappt. Denn solange du nicht alles gegeben hast, ist im Zweifel auch nur dein halber Einsatz gescheitert.

Würdest du dich dagegen voll reinhängen, voll dran glauben – und es ginge trotzdem schief, dann träfe es nicht mehr nur deinen Einsatz. Dann träfe es dich. Genau davor schützt das Zurückhalten. So kannst du dir am Ende sagen: „Hätte ich alles gegeben, wäre es bestimmt gut geworden.“

Der Haken: Genau diese Schutzstrategie sorgt dafür, dass es tatsächlich nichts wird. Und deine Selbstzweifel sagen triumphierend: „Siehst du? Ich hab’s dir doch gesagt!“

Genau in der Mitte wird es am lautesten

Besonders heikel wird es in der mittleren Phase eines Projekts. Die Anfangseuphorie ist vorbei, es wird anstrengend beim Ausarbeiten der Details, die ersten Hindernisse tauchen auf. Genau dann flüstert dir dein Selbstzweifel ins Ohr: „Wenn es das Richtige wäre, würde es leichter gehen.“ Oder: „Andere Selbständige hätten das längst geschafft.“ Diese Gedanken kommen immer genau dann, wenn du eigentlich durchhalten müsstest.

Das Gemeine ist: Selbstzweifel tarnen sich als Realismus. Sie sagen dir: „Ich schütze dich vor Enttäuschung“ oder „Ich bin ehrlich zu dir.“ Dabei verzerren sie die Wirklichkeit. Sie nehmen vergangene Erfahrungen und machen daraus unumstößliche Gesetze über deine Zukunft.

Der vielleicht schädlichste Effekt: Sie bringen dich dazu, Herausforderungen zu vermeiden, statt sie als normale Lernschritte zu sehen. Jede Schwierigkeit beim Aufbau deines Business wird zum „Beweis“, dass du es nicht kannst, statt zum Hinweis, dass du gerade etwas Neues lernst. Dabei ist der einzige echte Feind dieser Kreislauf selbst. Mit deiner Fähigkeit hat er nichts zu tun.

Was passiert, wenn du trotz Selbstzweifel weitermachst?

Hier kommt die gute Nachricht: Du musst nicht erst alle Selbstzweifel loswerden, um erfolgreich dranzubleiben. Du kannst sie haben – und trotzdem weitermachen. Das klingt erst mal paradox, aber genau das ist der Gamechanger.

Wenn du trotz der inneren Stimme „Das schaffst du eh nicht“ einen Schritt nach dem anderen machst, passiert etwas Faszinierendes: Du sammelst neue Erfahrungen. Keine großen, dramatischen Durchbrüche, wie sie in Motivationsvideos gefeiert werden, sondern kleine, holprige, unvollkommene Schritte vorwärts.

Ich hatte mal eine Kundin, die war fest überzeugt, einfach kein Dranbleiber-Typ zu sein. Scanner-Persönlichkeit, vielseitig interessiert, springt eben von einer Sache zur nächsten – für sie war das ein feststehender Fakt über sich selbst. Was bei ihr den Unterschied gemacht hat, war eine kleine, aber entscheidende Verschiebung. Bis dahin hatte sie dieses holprige, unsichere Gefühl immer als Zeichen gelesen: „Siehst du, das ist nichts für mich.“ Irgendwann hat sie verstanden, dass dieses Gefühl einfach dazugehört – dass es sich immer so anfühlt, egal wie richtig die Sache ist. Das ist der Prozess.

Statt sich also zu fragen, warum es mal wieder nicht rund läuft, haben wir angefangen hinzuschauen, was schon funktioniert – und wo. Da zeigten sich auf einmal Muster, auf die sie aufbauen konnte. Und erst als sie das Holprige nicht mehr jedes Mal als Stoppschild gelesen hat, konnte sie bei einer Idee bleiben. Lange genug, um wirklich herauszufinden, was sie daran mag und was vielleicht anders werden darf.

Hier löst sich auch eine Falle auf, in der viele Perfektionistinnen festsitzen: der Gedanke „Ich kann das erst richtig durchziehen, wenn ich genug Selbstvertrauen habe.“ Das klingt vernünftig, ist aber ein Henne-Ei-Problem. Denn das Vertrauen, es zu können, entsteht nicht vor dem Tun. Es entsteht im Tun – durch genau die holprigen, unfertigen Wiederholungen, die du dir gerade nicht erlaubst. Du wartest also auf eine Sicherheit, die nur dort wächst, wo du ohne sie schon losgehst.

Das heißt im Alltag konkret: Ja, es wird ruckelig. Ja, du wirst Tage haben, an denen nichts läuft. Aber das ist kein Zeichen, dass du auf dem falschen Weg bist und bedeutet nicht, dass du aufhören oder von vorn anfangen musst..

Diese neue Sichtweise ist anfangs ungewohnt und schwer. Wir sind darauf trainiert, unsere Fehler zu sehen statt unsere kleinen Fortschritte. Wir bemerken den einen Tag, an dem wir nichts gemacht haben, übersehen aber die drei Tage, an denen wir kleine Schritte nach vorn gemacht haben. Genau deshalb ist Coaching so wertvoll – eine andere Person sieht diese kleinen Erfolge, die du selbst übersiehst.

Im Coaching lernst du einen völlig neuen Umgang mit dem Holprigen und Unvollkommenen. Du lernst Fragen zu stellen wie: „Was hat heute funktioniert?“ „Wann war ich heute produktiv?“ „Welche kleine Sache kann ich morgen anders machen?“ Statt dich zu fragen „Warum bin ich so undiszipliniert?“, fragst du „Wie kann ich es mir morgen leichter machen?“

Wenn du trotz Selbstzweifel und trotz der holprigen Tage weitermachst, wirst du merken: Die Zweifel verschwinden nicht sofort. Aber sie verlieren ihre Macht über dich. Aus Stoppschildern werden normale Begleiter auf dem Weg.

Fazit

Du siehst: „Ich kenne mich, ich schaffe es eh wieder nicht“ ist kein Urteil über dich. Es ist das, was übrig bleibt, wenn man dir lange genug erzählt hat, das Richtige müsse sich leicht anfühlen – und wenn du jedes holprige Mal als Beweis genommen hast, dass du eben so bist. Diese Selbstzweifel sind erlernt. Sie haben sich über viele Erfahrungen aufgebaut, und sie fühlen sich deshalb an wie Tatsachen über deine Person.

Das ist die eigentlich gute Nachricht: Dranbleiben ist nichts, was man hat oder eben nicht. Es ist etwas, das sich entwickelt – wie jede Fähigkeit. Du bist keine festgelegte Version von dir, an der sich nichts mehr machen lässt. Die Art, wie du mit Schwierigkeiten umgehst, wie du Fehler deutest, wie du auf dich selbst schaust – all das ist veränderbar. Und genau deshalb kannst auch du lernen, dranzubleiben. Ganz ohne Zähnezusammenbeißen, indem du diese Muster nach und nach veränderst.

Der erste Schritt ist, überhaupt zu sehen, dass deine bisherigen „Fehlversuche“ etwas über deine Strategien verraten und nichts über dein Wesen. Der zweite ist, es trotz der Zweifel nochmal zu versuchen – diesmal mit einem anderen Blick und, wenn du magst, mit jemandem an deiner Seite, der diesen Blick schon hat.

Vielleicht erkennst du dich hier wieder: Du weißt eigentlich, wie es ginge. Theoretisch. Nur praktisch kommst du dir immer wieder selbst in die Quere. Genau da fängt meine Arbeit an. In meinem 1:1 Coaching schauen wir uns an, was dich bisher wirklich ausgebremst hat. Du fängst an, dir selbst wieder zu trauen und das Holprige auszuhalten, ohne es jedes Mal als Stoppschild zu lesen. Schritt für Schritt, in deinem Tempo.

Lass uns im Vorgespräch in Ruhe schauen, was dich bisher ausgebremst hat – und gemeinsam herausfinden, ob und wie ich dir helfen kann, dranzubleiben, ohne dauernd an dir zu zweifeln.

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